Tilburg in zwei Tagen

Alle, die gerne Wochenend-Trips machen, müssen jetzt gut aufpassen! Heute geht es nämlich mal nicht um Amsterdam, sondern um einen frisch geschliffenen Rohdiamanten im Land der Windmühlen. Auf nach Holland!

Lustig ist, dass die meisten Holländer, die wir getroffen haben, meinten: „Warum ausgerechnet Tilburg?“ Trotz der zahlreichen Erneuerungen und Veränderungen hat Tilburg – früher eine reine Industriestadt – immernoch einen etwas schlechten Ruf. Viele Tilburger nennen es liebevoll (und ironischerweise) die schönste Stadt des Landes.

Meine Meinung war nach dem ersten Abend zugegebenermaßen ähnlich, da wir uns vor allem im Zentrum aufgehalten haben, in einer etwas unschöneren Gegend essen waren und das Nachtleben teilweise etwas laut werden kann. Tipp: Sucht euch ein Hotel nicht direkt am größten Platz im Zentrum 🙂

Aber: Hier kommt der Wendepunkt. Meine Worte „ein frisch geschliffener Rohdiamant“ sind mit Bedacht gewählt. Denn am nächsten Tag wurden wir von einem sogenannten Super Local, also einem Tilburger Urgestein, an die Hand genommen und uns wurden die schönsten Fleckchen der Stadt gezeigt. Ich habe nun das Privileg, euch diese Tipps weitersagen zu dürfen.

So haben wir zum Beispiel die Spoorzone entdeckt, eine super hippe Gegend, die teilweise stark an Berlin erinnert und in der man von Büros, Cafés, Restaurants, einem Skatepark, einer Brauerei, einem Nachtclub mit Livemusik bis hin zu einer Schreinerei alles findet. Dort herrscht eine wunderbar entspannte Stimmung, alle sind super nett, offen und du fühlst dich sofort willkommen.

Da die meisten von euch sicherlich auch kulinarisch interessiert sind (sonst wärt ihr ja nicht hier), liste ich euch hier mal meine allerliebsten Cafés und Restaurants auf:

Bijzestig: Dort kommt ihr auf dem Weg vom Zentrum in die Spoorzone vorbei. Perfekt, wenn ihr gleich morgens einen guten Kaffee braucht, denn die meisten Anlaufstellen haben morgens noch geschlossen. Hier vereint sich guter Kaffee (und Kuchen!) mit Interior, das Café ist nämlich eine alte Wohnung, die neu hergerichtet wurde und immernoch eine sehr heimelige (ich würde fast sagen hyggelige) Atmosphäre hat.

Stoom013: Ein alter Wagon, der direkt am Anfang der Spoorzone steht und auch morgens schon guten Kaffee serviert, wenn die touristischen Anlaufpunkte noch geschlossen sind.

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De Wagon: Unglaublich cool! Ein alter Zug, der in ein Café umgewandelt wurde und in dem du tolle selbstgemachte Eistees, Limonaten uvm. bekommst. Definitiv einen Besuch wert, wenn du eine Kleinigkeit zum Mittagessen suchst. Sowohl von innen, als auch von außen toll!

 

RAW: Perfekt für einen Drink! Hippes Interior vereint mit industriellem Stil. Bei schönem Wetter kann man bei einem kühlen Bier in der draußen gelegenen Beach Area die Sonne genießen.

Houtloods: Nach einem Besuch dort war ich wirklich sprachlos. Wunderschönes Restaurant (sie haben den industriellen Stil beibehalten und das Restaurant praktisch in den Stil integriert), toller Service, zuvorkommendes und junges Team und das Essen wird einfach unglaublich liebevoll und schmackhaft zubereitet. Alleine hierfür lohnt sich der Besuch nach Tilburg. Das ist definitiv gehobene Küche, jedoch nicht piekfein, sondern mit einer völlig entspannten und sympathischen Atmosphäre. Mein Tipp: Versucht, einen Platz an der Bar zu bekommen, so könnt ihr direkt in die Küche schauen und lasst euch vom Menü einfach überraschen. Ebenfalls empfehlenswert: Das Wein-Arrangement. Beides zusammen preislich völlig angemessen. Ein Besuch lohnt sich!

 

Die Spoorzone findet ihr auch nochmal im Überblick hier.

Genug kulinarisches, kommen wir zu den Aktivitäten:

Ebenfalls in der Spoorzone findet ihr Vincents Tekenlokaal, wohin sich vor allem ein Ausflug mit Kindern lohnt. Das ist eine Art kreatives Projektzentrum, wo Kinder kreativ mit Technik und Kunst einen Ausflug in die Welt Van Goghs unternehmen können. Marloes Coppes, die Leiterin dieser Einrichtung, ist die kreativste Frau, die ich seit langem gesehen habe und sprüht vor Lebensfreude.

Ebenfalls ein interessanter Ausflugspunkt sind das Textilmuseum (Tilburg war früher vor allem für Textilien bekannt, dort könnt ihr die Geschichte nochmal live miterleben), und das Museum De Pont, ein Kunstmuseum, wo ihr verschiedene Ausstellungen (sowohl Gemälde, als auch Fotografie) sehen könnt. Übrigens: Auf dem Weg vom De Pont zum Textilmuseum findet ihr das völlig überfüllte Geschäft der Herrn, der viel lagert, aber nichts verkauft. Schaut ruhig mal rein, er spricht (wie erstaunlich viele Holländer) Deutsch.

Ein weiteres, unglaublich tolles Ausflugsziel ist die Trappistenabtei Tilburg. Ein Kloster, in dem vor allem Bier gebraut, Käse und Brot hergestellt und (selbstverständlich auch) gebetet wird. Wir hatten das Vergnügen, mit dem lieben Toni eine Führung durch das Gelände machen zu dürfen. Auch das kann ich jedem Besucher nur ans Herz legen. Du wirst mit einem köstlichen Bier begrüßt, siehst einen kurzen Film über die Tradition und Arbeitsweise der Mönche und wirst dann, begleitet von Tonis Temperament, durch die Brauerei geführt. Anschließend kannst du im wunderschönen Biergarten holländische Spezialitäten wie Bitterballen (und noch ein weiteres La Trappe Bier) genießen. Für diesen Ausflug solltet ihr euch allerdings ein paar Stunden Zeit nehmen und einen Fahrer organisieren, da das Bier doch etwas stärker ist, als wir es in Deutschland kennen … 🙂

Meiner Meinung nach hat Tilburg den Umbruch von der Industriestadt mit dem schlechten Ruf zur hippen, sehr kreativen und sympathischen Stadt der Moderne perfekt gemeistert. Fernab des touristischen Zentrums hat sich mit der Spoorzone eine tolle Gegend aufgetan, die die Stadt wirklich sehenswert macht.

Falls ihr einen Ausflug dorthin macht und vielleicht auch gerne, so wie wir, ein bisschen an die Hand genommen werden möchtet, kann ich euch die liebe Saskia empfehlen. Sie war unser Super Local und hat uns zwei Tage lang an die coolsten Plätze geführt, die ganze Kommunikation erledigt und uns alle Türen geöffnet. (Buchstäblich, einmal standen wir in der Spoorzone in einer Schreinerei, in die wir uns sonst niemals reingetraut hätten!). Schaut gerne mal auf ihren Instagram Account @verrassendtilburgenmeer oder auf die Webseite.

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Falls ihr mit dem Auto da seid, empfehle ich euch noch einen kurzen Ausflug nach Heusden, eine wunderschöne Kleinstadt am Wasser, die zu einem Spaziergang zu den Windmühlen einlädt.

Und mehr ist in zwei Tagen wirklich nicht möglich. An alle, die einen Besuch in Tilburg erwägen: Ich wünsche euch ganz viel Spaß! Ich bin mir sicher, es wird gezellig!

Eure Lari

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