Unser Geburtstagsdinner

Was schenkt man jemandem zum 80. Geburtstag, der schon alles hat? Genau. Zeit mit der Familie bei einem fancy Gängemenü.

Da meine Oma schon in diversen Ländern gelebt hat und kulturell sehr gebildet ist, haben wir uns an einer internationalen Abfolge orientiert. Im Folgenden werde ich euch nochmal jeden Gang aufschreiben.

Entree: Classic Margarita

  1. Gang: Bruschetta
  2. Gang: Spinatsalat mit Mango
  3. Antipasti-Platte
  4. Gazpacho
  5. Karibische Salzkartoffeln mit zweierlei Mojo an Filetsteak
  6. Cheeseboard

Generell war es für uns wichtig, dass alles stimmig ist und jeder Gang mit viel Liebe zum Detail serviert wird. Wir hatten uns auch um ausreichend Tischdeko, Blumen und Stoffservietten gekümmert, um richtiges Restaurantflair zu bekommen. Außerdem haben wir extra Menükarten mit Insidern und personalisierten Wortwitzen geschrieben, was auch sehr gut ankam.

Was toll war: Wir waren insgesamt zu sechst, vier haben sich jeweils in Zweierteams ums Essen gekümmert und meine Großeltern wurden (natürlich) bedient. Wir haben die Gänge so aufgeteilt, dass die jeweiligen Pärchen immer abwechselnd in die Küche konnten, während die anderen beiden die Gäste bespaßt haben. Viele der Gerichte kann man auch super am Vortrag oder morgens vorm Event vorbereiten, wie zum Beispiel die Gazpacho oder die Mojos.

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Los geht’s mit den classic Margaritas! Hierfür haben wir fancy Gläser besorgt, die wir dann mit einem Salzrand geschmückt haben.

Außerdem braucht ihr pro Glas:

6 cl Blanco Tequila

2 cl Triple Sec

1 cl frisch gepresster Limettensaft

Eiswürfel und Cocktailshaker

Alle Zutaten in den Shaker geben und so lange schütteln, bis sich das Eis größtenteils aufgelöst hat. Wer es etwas „sämiger“ mag, kann die Zutaten auch in einen Standmixer geben und alles so klein mixen, dass es die Konsistenz eines Slushy hat. Dann ist es natürlich keine classic Margarita mehr, schmeckt vielen aber besser 🙂

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Für die Bruschetta hat der andere Teil unseres Teams sogar das Brot selbst gebacken. Macht natürlich nochmal mehr her, bedeutet aber auch viel mehr Arbeit. Wenn man das Menü komplett alleine organisiert, würde ich das lassen. Wenn es aber Teamwork ist, wie in unserem Fall, lohnt es sich. Brot hin oder her, für den Belag haben wir sonnengereifte Tomaten genommen, diese mit heißem Wasser übergossen und geschält (eine Sache, für die ich mich sonst nicht entschieden hätte, es war aber wirklich lecker). Wir haben außerdem eine kleine Zwiebel fein gehackt, die Tomaten, sowie zwei Knoblauchzehen, ein Bund Basilikum, einen ordentlichen Schuss Olivenöl, Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermengt und auf den angerösteten Brotscheiben serviert.

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Als 3. Gang gab es dann Spinatsalat mit Mango. Wir wollten eigentlich einen klassischen Vorspeisensalat machen, hatten uns dann aber doch für etwas Ausgefalleneres entschieden. Die Mango, sowie die Avocado, geben dem ganzen einen frischen, sommerlichen Touch.

Für sechs Portionen braucht ihr:

250g frischen Babyspinat

2 Mangos

2 Avocados

2 Mozzarellakugeln

75g Pinienkerne

Olivenöl, Balsamico Bianco, Ahornsirup

Spinat waschen, Pinienkerne anrösten und alle anderen Zutaten klein würfeln. Für das Dressing ca. 4 EL Olivenöl, 3 EL Balsamico und 2 EL Ahornsirup vermengen. Alles schön auf einem Teller anrichten und mit dem Dressing beträufeln. Ein schneller, aber doch besonderer Gang.

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Für die Antipasti-Platte habe ich mich für sehr einfache Bestandteile entschieden, damit der Aufwand hier geringgehalten wird und wir die verschiedenen Zutaten mehr oder weniger einfach nur schön drapieren mussten.

Es gab eine Auswahl an Oliven, getrockneten Tomaten, eingelegten Pilzen, Melone im Schinkenmantel, Carpacchio mit Parmesanspähnen auf Rucola, eingelegte Artischocken, gefüllte Peperoni und eine kleine Auswahl an Cremes und etwas Käse. Außerdem haben wir in einer feuerfesten Pfanne Garnelen in Olivenöl und Knoblauch gegrillt.

Die Gazpacho war mitunter mein liebster Bestandteil, weil sie erstens super am Vortag vorzubereiten ist, echt schnell und einfach geht und gerade im Sommer richtig, richtig lecker schmeckt. Ich denke, wenn es so richtig heiß ist, wird es das jetzt öfter bei uns geben.

Für ca. 3 Liter Gazpacho benötigt ihr:

Eine Salatgurke

Eine Zwiebel

6 (ja, richtig gelesen) Knoblauchzehen

Eine rote Paprika

Ein Kilo sonnengereifte Tomaten

4 Scheiben helles Weiß- oder Toastbrot ohne Rinde

½ Liter Gemüsebrühe

Ein Bund Petersilie, bei Bedarf noch ein kleines Bund Koriander (wer´s mag wird es in der Gazpacho lieben!)

15ml Balsamico bianco

200g gehackte Tomaten aus der Dose

Olivenöl

Salz, Pfeffer

Eine große Schüssel und ein Pürierstab

Und jetzt das schöne: eigentlich geht es nur darum, alle Zutaten grob zu hacken und dann zu pürieren. Ihr müsst nichts erhitzen oder ähnliches, es kann direkt losgehen. Ich habe zuerst die Brotscheiben in grobe Stücke gerissen und die Tomaten halbiert. Beides in eine große Schüssel geben und mit der Brühe bedecken, damit das Brot etwas einweicht. Währenddessen alle anderen Zutaten ebenfalls hacken und dazugeben. Den Balsamico und die Kräuter, sowie die Gewürze könnt ihr ebenfalls alle schon dazugeben, mit dem Olivenöl und den Dosentomaten noch warten. Nun alles mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse pürieren. Ihr könnt nun erstmal probieren. Für mich kann es nie tomatig genug sein, daher habe ich das Ganze noch mit den Dosentomaten abgeschmeckt. Diese dann natürlich auch noch mit pürieren.

Damit das Ganze die richtige Konsistenz bekommt, könnt ihr nun ca. 6 EL Olivenöl abmessen und langsam in die Gazpacho einfließen und gleichzeitig pürieren, sodass sich das Öl schön unterhebt, ähnlich wie bei Mayonnaise.

Die Gazpacho solltet ihr vor dem Servieren sowieso mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen, da man sie ja klassisch kalt ist, deshalb kann man sie wie gesagt super am Vortag vorbereiten. Ich habe sie dann in Weckgläsern angerichtet, mit ein paar Kräutern garniert und serviert. Dazu schmeckt Ciabatta ganz wunderbar.

Fun fact zwischendurch: Ich hatte bei meinem ersten Versuch eine grüne Paprika und Vollkorntoast verwendet, da ich beides noch übrig hatte und das Endergebnis wurde eher unansehnlich braun statt lecker rot, daher solltet ihr unbedingt rote Paprika und helles Brot verwenden 😉

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Kommen wir nun zum Hauptgang. Wir haben alle Gänge natürlich portionsmäßig klein gehalten, da man bei so vielen Gängen schnell satt wird. Als Hauptspeise gab es karibische Salzkartoffeln, gegrilltes Rinderfilet und zwei Arten von Mojos, die das Ganze zu etwas sehr Besonderem machen.

Für die Salzkartoffeln haben wir sehr, sehr kleine Kartoffeln genommen, diese ganz normal in einen Topf mit Wasser gegeben und jetzt kommt der Clou: ein Kilo Meersalz hinzufügen! Ich hab tatsächlich auch nochmal nachgefragt, ob es denn jetzt wirklich ein Kilo war und ja, es stimmt tatsächlich. Das Rezept haben wir von unserer Oma, die das seit Jahren so kocht. Nach der Kochzeit werden die Kartoffeln abgeschüttet und mit der Salzkruste in einer Schüssel angerichtet. Diese werden dann mit Schale verzehrt. Super lecker!

Das Filetsteak haben wir einfach für ein paar Minuten auf dem Grill gebraten.

Und nun zu den Mojos!

Mojo rojo:

2 große rote Paprikas

3 Knoblauchzehen

3-4 Chilischoten ohne Kerne

Kreuzkümmel

Salz, Pfeffer

1 EL Balsamico Bianco

100ml Olivenöl

Alle Zutaten hacken und, bis auf das Olivenöl, in ein hohes Gefäß geben. Mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse pürieren. Das Öl nun wieder zum Schluss langsam einfließen lassen und mit dem Pürierstab unterheben.

Mojo verde:

3 Knoblauchzehen

Ein Bund Koriander

Ein Bund Petersilie

Eine Prise Salz und Kreuzkümmel

1 TL Essig

100ml Olivenöl

Die Kräuter hacken und mit allen weiteren Zutaten – außer dem Olivenöl – ebenfalls in ein hohes Gefäß heben und pürieren. Nicht wundern, hier kommt etwas weniger bei heraus, es schmeckt dafür aber super intensiv! Zum Schluss wieder das Olivenöl vorsichtig einfließen lassen und langsam mit dem Pürierstab unterheben.

Als Dessert haben wir uns für die Käseplatte entschieden, da hier einfach jeder zugreifen kann, wie er Lust hat und etwas Süßes uns hier irgendwie unpassend erschien. Wir haben uns für verschiedene, kräftige Käsesorten entschieden, es gab außerdem einen Weichkäse, Cracker, Feigenbrot und verschiedene Früchte, wie Physalis, Erdbeeren und Trauben. Außerdem hatten wir zwei verschiedene Arten von Feigensenf.

Da das Käsebrett nicht die Hauptattraktion war und die meisten sowieso schon ziemlich gesättigt waren, haben wir es vergleichsweise klein gehalten. Zum gemütlich Beisammensitzen und ein bisschen snacken war es aber perfekt.

So, ihr Lieben. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig Inspiration für eure nächste Feier liefern und freue mich, wenn ihr die Ergebnisse mit mir teilt. Viel Spaß beim Kochen!

Eure Lari

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